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Lesung von Carsten Höfer

Mann hat es nicht leicht. Und Frau auch nicht. Das machte der selbst ernannte Frauenversteher Carsten Höfer in Albersloh deutlich.
Er ist eine seltenes Exemplar: Er ist Frauenversteher. Carsten Höfer hat viele unterhaltsame Tipps, die zur besseren Verständigung zwischen Mann und Frau führen sollen. Foto: Christiane Husmann
„Humor sollte eine der vier großen Säulen im Miteinander von Mann und Frau sein“, glaubt Carsten Höfer und sagt: „Mir ist das Thema Frau und Mann im Dialog wichtig, weil es zwischen Mann und Frau systemimmanent immer einige Schwierigkeiten geben wird.“ Systemimmanent? Auch ohne dieses Fremdwort jemals gehört zu haben, konnte man sich während der Lesung des selbst ernannten Frauenverstehers Carsten Höfer köstlich amüsieren. Und sogar „Mann“ begriff schnell, worum es beim Miteinander der beiden Geschlechter vielleicht wirklich geht.
„Wir freuen uns, dass zu uns auch so viele von auswärts gekommen sind“, begrüßte Edith Pufahl die Gäste im Ludgerushaus. Als Vorsitzende der KFD St. Ludgerus, die die Lesung mit dem Autor und Kabarettisten organisiert hatte, wünschte sie gemeinsam mit Teamkollegin Claudia Brinkmöller den Zuhörern einen launigen Abend.
Carsten Höfer lebt in Wolbeck, tourt nicht nur durch Deutschland, sondern ist, wie er sagt, weltweit unterwegs. Umso mehr freute sich der international agierende Künstler über „Boooh Carsten, wenn du es irgendwann sogar nach Albersloh schaffst. . .“
Geschafft. Und nicht nur das. Bereits zwei Bücher schrieb der Wolbecker und erinnert sich gut an die Anfänge. „Das ist so, als säßest du vor einer weißen Leinwand.“ Besonders der erste Satz müsse sitzen. Und der lautete dann für sein Buch „Frauenversteher“ – wer hätte es gedacht: „Du verstehst mich einfach nicht.“ Eine Problematik, die wohl kaum einer Frau mit Beziehung zu einem Mann fremd sein dürfte.
Dass Carsten Höfer die Frauen versteht, mag an seiner frühkindlichen Prägung liegen. „Ich habe eine ältere Schwester, die schon vor meiner Geburt festlegte: Das Geschwisterchen muss weiblich sein.“ Selbst unübersehbare geschlechtsspezifische Merkmale, „die fleischgewordene Adams¬pracht“, des kleinen Carstens sei ignoriert worden. Seine Schwester habe ihn stoisch Christina gerufen. „Und in mein damals noch vorhandenes Haar wurden Schleifen und Bänder geflochten.“ Das Kindheitstrauma sei vom Tragezwang brauner Strumpfhosen vertieft worden.
So sensibilisiert für das weibliche Geschlecht qualifiziere man sich wohl automatisch als Frauenversteher, glaubt Carsten Höfer, der zur Veranschaulichung vermeidlicher Partnerprobleme in seinem Buch die Personen Peter und Claudia zum Leben erweckt hat.
Das Paar lebt seit drei Jahren zusammen. Als Leiter der Sofaabteilung eines Möbelhauses ist Peter ein ganz normaler Typ mit ganz normalen Problemen, die von seiner Frau eher als Wahrnehmungsstörungen diagnostiziert werden. Ob der trotz detaillierter Aufzählung nur unvollständig erledigte Einkauf, das falsch transportierte Kompliment oder der verpasste Frisurenerkennungszeitpunkt: Peter hat es nicht leicht.
Doch ihm und allen Männern will Carsten Höfer helfen. Und zwar mit tollen Tipps, die der Autor in seinem Buch systematisch aufführt.
Dabei bedient er sich mancher Zitate, die er – „anders als in Doktorarbeiten üblich“ – ehrlich aufführe. Stichwortgeber sind Schoppenhauer, Shakespeare und Micky Maus. So gibt Carsten Höfer dem Mann folgendes Zitat an die Hand: „Die Frisur ist die Krone der Schöpfung – sie macht aus jeder Frau eine Königin.“
Doch nicht nur zum haarigen Problem Frisurerkennung, sondern vielen weiteren „existenziellen Paarproblemen“ widmet sich der Autor in seinem Buch, dessen Inhalt bei den Zuhörern nicht nur für mehr Partnerverständnis, sondern besonders für viele Lacher sorgte.
(Westf. Nachrichten, Christiane Husmann Samstag, 13.10.2018 )

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